Lebensraum Leugene

Gesamtbeurteilung – Renaturierung

Der Vergleich zwischen dem Ausgangszustand von 2003 mit 2013 lässt erst eine grobe Beurteilung zu, da sich die Lebensräume wie auch die Artenzusammensetzung noch dauernd verändern.

Indikator2003 vor der Renaturierung2013 nach der RenaturierungBewertung
Landlebensräume Stagnation, kaum weitere Entwicklung In voller Entwicklung, noch grosses Potential +
Mittelgrosses Angebot in mittelmässiger Qualität Vielfältiges Angebot auch Spezialstandorte, hohe Qualität +
Wenig Raum, steile z.T. intensiv genutzte Böschungen Mehr Raum durchwegs extensive Nutzung +
Alte landschaftsprägende Bestockung Bestockung noch in voller Entwicklung 0
Geringe Strukturvielfalt Hohe Strukturvielfalt +
Gewässer Gerinne oft in Betonhalbschale und kanalartig Abwechslungsreiches naturnahes Gerinne mit vielfältigen Standorten +
Kaum Strukturen, monotone Fliessgeschwindigkeit Zahlreiche Kleinstrukturen, unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten +
Qualität im Vergleich zu ähnlichen Gewässern im Mittelland eher gering Qualität im Vergleich zu ähnlichen Gewässern im Mittelland hoch +
Abflussabhängige Dynamik gering Abflussabhängige Dynamik nach wie vor gering, Verschlammung der neu eingebrachten Bachsohle -
Landflora Artenzahl nicht herausragend, aber im Vergleich zur Umgebung doch bemerkenswert Erheblich grössere Artenzahl, einige gefärdete Arten +
Wasserflora Mit ähnlichen Gewässern vergleichbar Qualität und Artenzahl hat zugenommen +
Landfauna Einige bemerkenswerte Arten Drei Viertel der Ziel- und Leitarten haben sich bereits eingestellt. +
Wasserfauna Einige bemerkenswerte Arten Fische haben wieder gute Laichmöglichkeiten, Artenzahl der Wasserwirbellosen hat um einen Drittel zugenommen. +

Ökologische Bewertung der Untersuchungsstandorte

Mit der so genannten «Ökobonitierung» werden wichtige ökologische Faktoren im regionalen Vergleich mit 0 bis 3(2) Punkten bewertet. Fliessgewässer können dabei maximal 25 Ökopunkte erreichen.

Leugene:

  • Anstieg von 2002 bis 2013 um 2 bis 9 Punkte.
  • Naturnah ausgebildete Gerinne im Mittelland kommen in der Regel auf ca. 15 Punkte. Die Leugene schneidet mit durchschnittlich 19 Punkten deutlich besser ab.
  • Herausragend ist der Standort 3, die Äglere, mit 22 Ökopunkten.
Bewertung Kriterium (mögliche Punktzahl) EK-Standort 1 EK-Standort 2 EK-Standort 3 EK-Standort 4 EK-Standort 5
2002 2013 2002 2013 2002 2013 2002 2013 2002 2013
Total Ökopunkte 15 18 16 18 17 22 10 19 10 18
Veränderung der Ökopunktzahl seit 2002 +3 +2 +5 +9 +8
Ökologischer Zustand Grösse (0 – 3 P.) 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3
Qualität, ökologischer Wert (0 – 3 P. x 2) 2 4 4 4 4 6 2 4 2 4
Wiederherstellbarkeit (0 – 3 P.) 2 2 0 1 0 2 0 1 0 1
Regionale Häufigkeit (0 – 3 P.) 1 1 2 2 1 2 1 1 1 1
Funktion, Vernetzung (0 – 2 P.) 1 2 1 2 2 2 1 2 1 2
Unversehrtheit (0 – 3 P.) 1 2 2 2 2 3 1 2 1 2
Gefährdung, Schutzstatus (0 – 3 P.) 3 3 3 3 3 3 2 3 2 3
Zusatzbewertung Potential, Entwicklung (0 – 2 P.) 1 - 1 1 1 - - 2 - 1
Weitere Kriterien (0 – 2 P.) 1 1 - - 1 1 - 1 - 1

Fazit

Die Erfolgskontrolle (2002 bis 2013) der Renaturierung Leugene kommt zu folgenden Schlüssen:

Ökologischer Aspekt

  • Deutliche Lebensraumaufwertung für Pflanzen und Tiere
  • Zunahme der Struktur – und Artenvielfalt
  • Nachweis von 3/4 der Zielarten
  • Hohe Artendynamik
  • Zu erwartende Besiedlung weiterer Arten
  • Fachgerechter Unterhalt
  • Neophytenbekämpfung beibehalten

Sozialer Aspekt

  • An der Leugene Interessierte erkennen Mehrwert der Renaturierung
  • Junge Leute zeigen wenig Interesse an der Leugene
  • Die Homepage www.leugene.ch ist kaum bekannt

Zeitlicher Aspekt

  • Die ökologische Entwicklung an der Leugene ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen

Insgesamt hat sich die Renaturierung aus ökologischer Sicht gelohnt.

Michael Zimmermann