Lebensraum Leugene

Der Leugenenbach wird gezähmt

Die Einwohnergemeinde Pieterlen hatte den Dorfbach „Löigete" im Jahre xxxx grundbuchlich der Flurkommission der Burgergemeinde Pieterlen abgetreten. Die 1918 gegründete „Flurkommission Pieterlen", eine Vereinigung der Landeigentümer zum Zwecke der Entwässerung, Tieferlegung, Begradung und Korrektur der Leugene initiierte zusammen mit der Flurgenossenschaft Bözingen - Mett die entsprechenden Bauarbeiten. In den Statuten wurden die Aufgaben der Flurkommission und der Schatzungskommission geregelt und die Kostenbeiträge festgelegt. Die Drainagearbeiten im Moos wurden anschliessend durch die Entsumpfungskommission begleitet und umgesetzt. Sie entwässerte das Land in den Jahren 20er Jahren mittels eingelegten Tonröhren und korrigierte den Lauf der Leugene. Die Leute waren stolz, als der „Leugenenkanal" in Betonschalen gelegt und damit gebändigt worden ist. Die Bauern erhielten so kostbares Ackerland beim Bahnhof und im Moos, heute Industrie West genannt.

Vgl. den Text von Heinz Rauscher: Pieterlen und seine Nachbarn, 2000 Jahre Geschichte und Geschichten, Band III/2
Die sonntaglich gekleideten Mannen der Entsumpfungskommission sind sichtlich stolz über das vollbrachte Werk
Die sonntaglich gekleideten Mannen der Entsumpfungskommission sind sichtlich stolz über das vollbrachte Werk


Kultur- und Industrieland

Obwohl sich der Abfluss der Leugene in die Aare nach der ersten Juragewässerkorrektion verbesserte, erfolgten immer wieder Überschwemmungen. Die Bauern konnten das gewonnene Land deshalb nur sehr mühsam mit Getreide, Mais, Kartoffeln und Rüben bepflanzen, sie mussten immer wieder gegen Rückschläge ankämpfen. Trotzdem konnte immer mehr fruchtbaren Boden der Natur abgetrotzt werden. Der Boden trocknete langsam ab, es entstand Humus.  Das Terrain im Leugnetal hat sich seit der Drainage der Leugene in den 20er-Jahren infolge Austrocknung des Bodens laufend leicht gesenkt. Die im Jahre 1911 gepflanzten Schutzwaldungen sollten das gewonnene Kulturland und die Kulturen gegen den Seewind schützen. 
Das Pieterlenmoos vom «Gygerstüdeli» in der Westerfluh aus.
Das Pieterlenmoos vom «Gygerstüdeli» in der Westerfluh aus.