Lebensraum Leugene
Schutz vor Steinschlag

Schutz vor Steinschlag

Der Wald am Vorberg schützt Gebäude und Strassen der Ortschaft Pieterlen vor Steinschlag. Wegen dem schlechten Zustand der Wälder an der Jurarandkette wurde Ende der 80er-Jahre ein Waldbauprojekt ausgearbeitet mit dem Ziel einer nachhaltigen Pflege der Waldbestände zur Erhaltung und Verbesserung der Schutzfunktion.
Da insbesondere aus den Felsbändern der Wester- und Chilcheflue immer wieder Steine ausbrechen, welche das besiedelte Gebiet erreichen, wurden 2003 bis 2005 zudem oberhalb von Pieterlen mehrere Dämme gebaut und Netze installiert.

Schutzbauten
Schutzbauten

Schutzbauten

Der Waldbestand bewirkt zwar ein Abbremsen des abstürzenden Materials und der weitaus grösste Teil der Steine bleibt innerhalb des Waldareals liegen. Der Wald allein vermag jedoch keinen vollständigen Schutz zu gewährleisten. Dies belegen verschiedene Blockschlagereignisse in der jüngeren Vergangenheit. Insbesondere Blöcke von über 1 Kubikmeter Volumen können die Bäume durchschlagen und das besiedelte Gebiet erreichen. Ein effizienter Schutz kann nur mit Dämmen oder Steinschlagnetzen gewährleistet werden.

Zahnd, Bild: B. Aeschbacher
Schutzwald braucht Pflege

Schutzwald braucht Pflege

Ein Schutzwald muss gepflegt werden, denn nur so lässt sich die Schutzleistung kontinuierlich sicherstellen.
Der ideale Schutzwald ist aus verschieden hohen und unterschiedlich alten Bäumen zusammengesetzt. Besonders schützen Stämme mit einem Durchmesser von 30 cm - 40 cm. Damit die Fläche dauernd bestockt ist, entnimmt der Förster die Bäume einzeln oder in kleinen Gruppen. Einzelne Stämme werden liegen gelassen und auch die Äste bleiben im Wald zurück.
Im Entstehungsgebiet des Steinschlags darf es keine instabilen und schweren Bäume geben. Bäume, die nicht gut verankert sind, müssen gefällt werden.

Zahnd
Buche

Buche

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist die häufigste Baumart am Vorberg. Obwohl ihre dünne, glatte Rinde anfällig ist auf Steinschlagschäden und Wunden eher schlecht ausheilen, ist die Buche optimal geeignet als Schutz vor Steinschlag. Im Gegensatz zu anderen Baumarten kann die Buche nämlich aufprallenden Steinen viel besser Stand halten.
Von der Buche leitet sich das Wort «Buch» ab, weil früher auf dünnen Buchenholztafeln geschrieben wurde.

Zahnd, Bild: B. Aeschbacher
Waldwirkungen und Steinschlag

Waldwirkungen und Steinschlag

Der Wald verhindert die Entstehung von Steinschlag, weil die Wurzelschicht wie ein Netz den Boden mit den Steinen zusammenhält. Zudem ist das Waldklima gegenüber dem Freilandklima viel ausgeglichener: Das Wechselspiel von Gefrieren und Auftauen des Wassers, welches das Gestein sprengt, ist im Waldesinnern nicht so ausgeprägt.
Die Waldbäume bremsen auch den Lauf abstürzender Steine und stoppen sie. Der weiche Waldboden, Asthaufen sowie Sträucher dämpfen die Energie der Steine beim Aufprall und verringern so deren Geschwindigkeit.

Zahnd, Bild: B. Aeschbacher